Allgemein

Nicht mehr allein…

Früher, vor diesem Schlamassel mit der Depression, verstand ich diese Negativis, die sich einfach hängen lassen und dann einfach in der sozialen Hängematte baumeln, überhaupt nicht. Auch das Obdachlose wohl selbst diesen Lebenstil wählen, fand ich eigentlich nicht so völlig abwegig. Schließlich, so dachte ich Naivchen, braucht bei uns doch niemand unter der Brücke zu schlafen. Dazu haben wir schließlich ein Sozialsystem. Jetzt weiß ich es besser. Ich weiß, das ich ohne die Hilfe meiner Lieben und vieler anderer, einfach durch die Krankheit genau dahin gekommen wäre. Obdachlos. Vielleicht hätte es mich da aber schon nicht mehr gegeben. Und offenbar bin ich damit kein Einzelfall:

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/arbeitsagentur-berlin-keine-auskunft–falsche-beratung–kein-geld—der-fall-julia-r–28143138

DANKE! DANKE! DANKE! AN ALLE HELFER!

Allgemein, Berlin, Sit, Enjoy

Die etwas andere Meditation

Sitze allein im Wedding im Straßenkaffee und fühle den leichte Wind über meine Härchen auf den Armen streichen. Die Luft ist sommerlich warm und irgendwie entspannt. Am Nebentisch wird kroatisch mit dalmatinischen bzw. istrischen Akzent gesprochen. Es wird geraucht. Auf dem Tisch stehen billige Achenbecher. Die Menschen lachen, gucken, besorgen noch etwas. Für mich fühlt es sich ein bisschen an, als würde ich irgendwo in Kroatien im Cafe sitzen. Urlaubsmeditation, Cappucino…

Allgemein, Schwarze Wolken

Days most uncertain hours

Altes Leben, alte Muster, alte Gefühle. Will mich am Samstagabend wieder sinnlos im Handgemenge der pulsierenden Dunkelheit zu lauter Musik, Gin Tonic-Rausch, grundlosen Lachen auflösen. Will Rhythmus, Fühllosigkeit in der Menge, sinnloses Gerede mit Zigarettengeschmack, Schweißgeruch von anderen Körpern. Blicke, und Nichts.

Aber ich bin hier, zuhause, allein, still. Kenne mich nicht mehr. Was will ich? Was soll ich auf der Welt? Kenne mich nicht. Erkenne mich nicht.

Mein Leben sollte ganz anders aussehen. Weiterlesen „Days most uncertain hours“

Allgemein, Gesundheit, Weise Helfer

Lunchbreaking

Puh, muss mich erstmal wieder „einsammeln“. Warum klappe ich immerwieder zusammen?

War also eben beim Sozialamt. Es kostet Überwindung sich in die Reihe der schon Obdachlosen einzureihen. Ich habe ja meine Wohnung noch. Trotzdem. Ich war mal auf einem ganzen anderen Stand, Anwältin, eigene Kanzlei,… Abgestürzt…

Naja, aber mal vernünftig betrachtet, hole ich mir nur Hilfe um gerade möglichst nicht in diese Situation zu kommen. Und es sieht ganz gut aus. Also trockne ich die Tränen setze mich neben das Cafe, kostenlos, in den immerhin-nicht-Regen und berichte mal kurz. Dabei ist meine Schminke noch verschmiert, der Kopf schmerzt, Knie schlackern, alles ist zittrig und in meinem Kopf scheint ein Ziegelstein gefallen zu sein. So fühlt es sich jedenfalls an. Angst, Stress, Statusverlust, Sinnlosigkeit, Hilflosigkeit, Erschöpfung, totale Erschöpfung…

Die Engelin hat bei der Hausverwaltung angerufen und wird sich mit dem Jobcenter in Verbindung setzen, dass die Miete voll gezahlt wird, und Strom. Sie hat mir einen Antrag auf Übernahme der Mietschulden geschrieben. Hach, das ist so lieb. Ich glaube, sie müsste das alles garnicht tun.

Ich habe so ein Glück! Auch beim Jobcenter und in der Hausverwaltung wollen sie mir wirklich helfen. Ich habe echt total nette Sachbearbeiter. Ganz anders als man gemeinhin annimmt.

Nur die Krankenversicherung und Prof. Stevens… Naja, will dieses Wurmloch jetzt garnicht öffnen.

Aber ist es in Ordnung, dass die Private KV auf Kosten der Allgemeinheit spart? Ich meine, falls ich mein Geld dort doch noch bekommen sollte, müsste ich natürlich alles zurückzahlen. Klar.

Aber man nehme mal an, ich würde den Kampf doch aufgeben, was ich nicht will und wogegen ich alles unternehme, was ich kann. Aber es ist manchmal so verdammt schwierig, wenn einem immer wieder der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Jedenfalls würde im Falle meines Aufgebens die KV viel Geld sparen und die Allgemeinheit hätte schon einiges ausgegeben um mir zu helfen. Aber schätzungsweise würde es niemand zurückfordern, oder? Da könnte doch der Hund in der Pfanne verrückt werden.

Nun gut, ich muss jetzt noch ein paar Dinge erledigen. Hoffentlich lenkt mich das ein bisschen ab.

Allgemein, Berlin, Enjoy

Sunshine, Sunshine raggea

Endlich! Mal wieder Sonne und blauer Himmel!

Eigendlich sollten Wetterdiskussionen echt eingespart werden. Aber in diesem „Sommer kommt wohl allen Berlinern der Regen aus den Ohren. Da kann Frau nur jubeln, wenn sie mal wieder blau sieht.

So, jetzt auf zum Sozialamt. Juhu. Versuchen die Obdachlosigkeit zu verhindern. Eigentlich habe ich alles getan, mehr sogar, als notwendig. Aber wenn die Behörden nicht in die Puschen kommen, kann man nichts tun als sich nochmal woanders Hilfe holen. Meine Sachbearbeiterin ist ein Engel. Sie engagiert sich wirklich. Hoffentlich kann sie etwas tun…

Naja, Wenigstens scheint die Sonne. Da fällt alles etwas leichter. Schönen Tag wünsch ich Euch!