Depression, Schwarze Wolken

Help! I need somebody. Help! Not just anybody. He-e-e-lp!

Wie tief kann ich noch sinken? Es geht immer noch tiefer und tiefer… Tauchen konnte ich noch nie besonders gut. Und auch jetzt bekomme ich kaum Luft dabei.

Heute war ich beim Sozialpsychiatrischen Dienst. Wie, Du weißt nicht, was das ist? Das ist für Leute, die sich nicht selbst helfen können, weil sie psychisch krank sind. Ja, da bin ich also.

Wieso ich da bin? Das ist ein sehr unangenehme und ziemlich unglaubliche Geschichte, vielleicht eher eine Groteske. Nehmt also Platz, gießt Euch ein Gläschen Wein ein und genießt den dramatischen Absturz einer einigermaßen gut stehenden Anwältin mit eigener Kanzlei, Auto, etc. zum letzten Sozialfall kurz vor der Obdachlosigkeit.

Wie, hat diese arrogante Juristin denn nicht für den Ernstfall vorgesorgt? Das weiß doch wohl jeder, dass frau mal krank werden kann und es dann schwierig wird für Freiberufler. Wenigstens hätte sie ja Rücklagen bilden können. Unerhört. Aber wir leben ja im Sozialstaat, da wird doch jeder noch so leichtsinnige Faulpelz durchgezogen. Dieses assoziale Gesockse. Sollen mal arbeiten die Sozialschmarotzer!

Wenn es so einfach wäre. Ok, also hört die Geschichte:

Eine Lady im besten Alter wähnte sich ziemlich glücklich. Sie hatte mehr oder weniger alleine ihre beiden Kinder ganz ordentlich groß gezogen, daneben Jura studiert und eine eigene Kanzlei aufgebaut. Nach einigen Jahren verlor sie durch eine Insolvenz einer großen Auftraggeberin viel Geld, mehr als sie tatsächlich hatte. Also musste sie noch mehr arbeiten. Dann kam noch dies und das dazu, eigentlich nichts außergewöhnliches, verglichen mit frau und Studium und zwei Kinder ohne finanzielle Unterstützung.

Aber irgendwo war ein Tröpfchen zu viel und die Gute, nennen wir sie Emma, konnte nicht mehr. Sie konnte nicht mehr schlafen, dann konnte sie nicht mehr aufstehen, sich nicht mehr konzentrieren und irgendwann nur noch weinen. Das ging so eins, zwei, drei, vier Monate. Emma verdiente kein Geld mehr, konnte nichts mehr tun und vor allem nicht aufhören zu weinen.

Freunde und Familie kümmerten sich, verbrauchten ihr Gespartes, damit Emmas Wohnung bezahlt wurde. Und Emma war der Meinung, in ein paar Tagen wäre sie wieder auf dem Damm. Dann würde sie alles zurück zahlen.

Schließlich holte sich Emma doch Hilfe bei dem Berliner Krisendienst, einer sehr, sehr tollen Einrichtung. Hier kümmerte sich eine Psychologin sehr liebevoll um Emma und wollte sie gleich ins Krankenhaus bringen. Aber nein, Emma meinte, das bräuchte sie nicht. Ein bisschen Unterstützung würde reichen. Sie hätte doch immer alles geschafft. Also ließ sich Emma auf anraten der Psychologin beim Hausarzt krank schreiben und fing an, sich eine Therapeutin zu suchen. Dann wäre sie sicher in ein paar Tagen wieder fit.

Nach ein paar Tagen schickte die private Krankenversicherung „Hallesche“ Emma zu Prof. Dr. Andreas Stevens. Emma dachte nichts böses dabei. Soweit sie überhaupt in der Lage war zu denken. Denn ihre Verfassung war noch immer nicht besser.

Vor dem Termin bei dem Prof. hatte Emma die leise Hoffnung, der Professor würde ihr vielleicht helfen können. Schließlich war er ja Psychiater. Sie stand also um vier Uhr auf, was nicht so schwierig war, denn sie schlief sowieso nicht. Emma versuchte nicht zu weinen, duschte sich und zog frische Sachen an, um ordentlich auszusehen. Das war schon schwieriger. Schließlich hatte Emma das in letzter Zeit eher vernachlässigt. Zu anstrengend…

 

Ob Emma es schaffte, pünktlich beim Termin zu sein und warum es noch schlimmer kam, erzähle ich in den nächsten Tagen weiter. Jetzt kann ich nicht mehr. Es war ein schwerer Tag.

 

 

3 Gedanken zu „Help! I need somebody. Help! Not just anybody. He-e-e-lp!“

  1. Warum nennst Du den Namen dieses Professors? Ist das wirklich ein Erfahrungs-Blog oder ein Rachefeldzug auf Social Media? Geht das nicht anders? Du verbirgst – aus gutem Grund und durchaus zu Recht – Deine eigene Identität, aber Du solltest aus der Anonymität heraus niemanden beschuldigen, auch wenn es wahr ist, denn diese Person kann sich gegen „Anonym“ nicht verteidigen.

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