Allgemein, Schwarze Wolken

Days most uncertain hours

Altes Leben, alte Muster, alte Gefühle. Will mich am Samstagabend wieder sinnlos im Handgemenge der pulsierenden Dunkelheit zu lauter Musik, Gin Tonic-Rausch, grundlosen Lachen auflösen. Will Rhythmus, Fühllosigkeit in der Menge, sinnloses Gerede mit Zigarettengeschmack, Schweißgeruch von anderen Körpern. Blicke, und Nichts.

Aber ich bin hier, zuhause, allein, still. Kenne mich nicht mehr. Was will ich? Was soll ich auf der Welt? Kenne mich nicht. Erkenne mich nicht.

Mein Leben sollte ganz anders aussehen. Das Wichtigste war eigentlich, seit ich ein kleines Kind war, jemanden zu finden, der mich wirklich lieben sollte, einfach so wie ich bin. Dann, dachte ich, könnte ich endlich mal etwas tun, könnte ich sein, wie ich wollte. Bei meinen Eltern und Brüdern musste ich immer funktionieren. Wenn ich einmal groß wäre, wollte ich… Ausgerechnet, das habe ich vergessen. Ich weiß, dass ich auf jeden Fall geliebt werden wollte, um sein zu können, wer ich bin. Aber wer das sein sollte, was genau ich eigentlich wollte? Hm, ich weiß es nicht mehr.

Angenommen, rein hypothetisch, ich würde es schaffen, mich zu lieben und ich hätte die bescheidenen Mittel, um wenigstens im kleinen Rahmen, tun zu können, was ich möchte, was wäre das dann?

Die letzten Wochen waren so anstrengend. Hatte x Ämtertermine und bin x mal Zusammengebrochen. Aber letztlich sieht es so aus, als ob ich meine Wohnung erstmal behalten könnte und ich Hilfe bei meinen gesamten Papiersachen bekommen könnte.

Wie schnell das gehen wird, steht noch in den Sternen. Wahrscheinlich muss ich wieder einige Panikanrufe und -emails schreiben. Aber immerhin, ich bin jetzt amtlich psychisch krank und unfähig. Der Sozialarbeiter meinte, das wäre doch gut. Das wäre doch das, was ich wollte. Ich konnte nicht antworten. Was konnte ich dazu sagen? Das soll ich gewollt haben? Offiziell gaga zu sein? Nee, ich kann mich zwar nicht erinnern, was ich mir in meinem Leben so gewünscht habe. Das aber nicht, absolut nicht, nein. Da saß ich, beim Sozialarbeiter vom Sozialmedizinischen Dienst, tränenüberströmt, völlig fertig, fühlte mich gedemütigt und gescheitert. Das wollte ich jedenfalls nicht!

Aber ich bin mir da auch nicht sicher. Vielleicht wollte ich es ja doch irgendwie? Immer wieder stand ich im Leben an Punkten, wo ich mir arm und allein vorkam. Ich kämpfte immer wieder dagegen an, arbeitete viel. Zwischendurch sah alles gut aus aber dann stand ich wieder da und  war arm und allein.

Eine Freundin sagte mal, dass sie es nicht verstehen würde. Ich sei gut in meinem Beruf, hätte viele Freunde, tolle Kinder, viele Bewunderer und dann würde es wieder wegbrechen. Als ob ich mich selbst boykottieren würde. Aber es hatte immer rationale Gründe, Insolvenz einer Großmandantin, Umzug, zu wenig dies und zu viel das, genau erinnere ich mich nicht. Jedenfalls gab es immer äußere Erklärungen.

Aber war das wirklich so? Nicht, dass ich mir jetzt die Schuld geben will und es war mir nicht bewusst, aber boykottierte ich mich nicht vielleicht doch? Bin mir darüber noch nicht im klaren.

And I don’t know a soul who’s not been battered
I don’t have a friend who feels at ease
I don’t know a dream that’s not been shattered or driven to its knees
But it’s alright, it’s alright, for we live so well, so long
Still, when I think of the road we’re traveling on
I wonder what’s gone wrong, I can’t help it I wonder what’s gone wrong

And I dreamed I was dying, I dreamed that my soul rose unexpectedly
And looking back down at me, smiled reassuringly
And I dreamed I was flying, and high up above my eyes could clearly see
The statue of liberty, sailing away to sea, and I dreamed I was flying

But we come on a ship they called Mayflower
We come on a ship that sailed the moon
We come in the ages‘ most uncertain hours and sing an American tune
And it’s alright, oh it’s alright, it’s alright, you can´t be forever blessed
Still tomorrow’s gonna be another working day and I’m trying to get some rest
That’s all I’m trying, to get some rest